„Nein zum N-Wort“

Ein Geschehnis an der Freien Universität Berlin grenzte schon an Realsatire, als im Zusammenhang der Bildungsstreiksvorbereitung eine äußerst aufgebrachte und sensible Person zum Podium schritt und von einem ganz schlimmen „rassistischen“ Vorfall an der Uni berichtete. Im Angesicht des Pathos der Erzählweise konnte man zum Eindruck gelangen, es handele sich um eine Eilmeldung aus der Zone.

Doch in Wirklichkeit ging es um einen verbalen Ausrutscher eines Professors der alten Schule, der offenbar das „Wort mit N“ in den Mund genommen hat. Vermutlich hatte die Studentin ihn auch beim heimlichen Verzehr von „N- Küssen“ ertappt. So kam es, dass man sich im Zuge einer studentischen Versammlung lauthals für Sprachzensur einsetzte. So skandierte die betroffene Studentin lauthals die Parole „Nein zum N- Wort“ und ein riesiges Plakat mit dieser Formel hing neben Forderungen für mehr Bildung.

Ein solcher tabuneurotische Aufschrei geht mit Analfixiertheit einher. Es liegt die Denkweise zugrunde, dass Sprache und Sprachgebrauch identisch seien. Nicht in der Verwendung des „Wortes mit N.“ liegt Diskriminierung, sondern seine Verwendung in einem rassistischen Kontext.

Und anstatt nach der Seminarsitzung zu dem besagten Professor zu gehen, um ihn auf die unpassende Verwendung einer Bezeichnung für die afrikanische Bevölkerung aufmerksam zu machen, wird gleich das antirassistische Revolutionstribunal in Bewegung gesetzt und der besagte Professor an den Pranger gestellt. Den Namen der schönen Seele veröffentliche ich ja schließlich auch nicht.

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